Springe zum Inhalt →

Welcher Hybrid ist der richtige für mich?

© 2020 unsplash.com | Isaac Quesada

Der Klimawandel ist in aller Munde und seit Jahren schon suchen die Automobilhersteller nach umweltverträglichen Mobilitätskonzepten und Antriebslösungen. Der Elektroantrieb ist sehr innovativ, aber schwächelt immer weider bei den Reichweitenanforderungen der Kunden. Als gute Alternative zum Elektro- und auch zum Verbrennungsmotor kommt immer öfter der Hybrid in Frage. Ein Hybrid verbraucht deutlich weniger Benzin, hat in der Regel mehr Leistung als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor und wird als Firmenwagen auch steuerlich begünstigt.

Was ist ein Hybrid?

Autos mit Hybridmotor (sogenannte „PHEV“ = „Plug-in-Hybrid Electric Vehicle“) sind keine brandneue Erfindung. Bereits Anfang der 2000er Jahre kamen die ersten Hybridfahrzeuge vom Band. Mittlerweile wird beinahe jedes Modell auch als Hybrid angeboten und die Kunden müssen sich immer öfter mit der Frage auseinandersetzen, ob dieser Antrieb in ihr Leben passt.

Was sich einfach anhört, kann schnell kompliziert werden, denn nicht jeder Hybrid ist gleich. Schnell kommen viele Fragen auf, wie:

  • Muss ich das Fahrzeug an der Ladesäule aufladen oder lädt es von alleine durch Rekuperation?
  • Kann ich rein elektrisch unterwegs sein?
  • Wann greift der Elektromotor ein?
  • Wie viel verbraucht ein Hybrid?
  • Besser mit Diesel- oder mit Benzin-Hybrid fahren?

Generell hat jedes Hybridfahrzeug zwei Komponenten immer dabei, nämlich den Elektromotor und eine Batterie. Wie das Konzept „Hybrid“ allerdings den auch sonst verbauten Verbrennermotor unterstützt, ist immer unterschiedlich. Damit dir die Wahl deines nächsten Hybrids leichter fällt, erklären wir dir hier die veschiedenen Hybridarten:

© 2020 unsplash.com | Austin Park

Vollhybrid

In einem Vollhybrid arbeitet der Elektromotor immer Hand in Hand mit dem Verbrennermotor zusammen. Beide Antriebe können auf den Antriebsstrang des Autos zugreifen und werden über ein spezielles Getriebe zusammengeführt. Das heißt im Umkehrschluss, dass man mit dem Vollhybrid die freie Wahl hat, ob man rein elektrisch, rein mit Verbrenner, oder kombiniert (beides gleichzeitig) fährt. Einen Vollhybrid muss man nicht zwangsläufig an der Ladestation aufladen, obwohl dies aber möglich ist. In der Regel bezieht der Vollhybrid seine Energie aber aus der Rekuperation der Bremskraft. Dies sorgt für eine starke Effizienzsteigerung, eine hohe Alltagstauglichkeit und für weniger Verschleiß an den Bremsen. Vollhybride findet man besonders häufig bei asiatischen Fabrikaten, wie beispielsweise bei dem Lexus LS300h, oder bei dem Toyota Corolla.

Plug-In Hybrid

Mit einem Plug-In Hybrid hat man auch stets die Wahl, ob man rein elektrisch, nur mit dem Verbrennungsmotor, oder beides kombiniert fahren möchte. Wie der Name Plug-In schon vermuten lässt, wird dieser Hybrid an einer Ladestation aufgeladen. Der Grund ist ziemlich simpel, denn ein Plug-In Hybrid hat in der Regel eine größere Batterie und einen stärkeren Elektromotor als ein Vollhybrid. Dadurch reicht die Energie, die das Auto beim Rekuperieren der Bremskraft erhält, nicht aus und muss deshalb weiterhin per Ladekabel aufgeladen werden um möglichst effizient zu fahren. Plug-In Hybride sind also häufig bei leistungsstarken Modellen anzutreffen, wie beispielsweise beim Porsche Panamera e-hybrid, oder beim Volkswagen Golf GTE.

© 2020 pexels.com | Rathaphon Nanthapreecha

Mild-Hybrid

Ein Mild-Hybrid hat keinen Elektromotor im eigentlichen Sinne, der für den Antrieb des Fahrzeugs geeignet ist. Stattdessen haben Mild-Hybride einen sogenannten „Riemenstartergenerator„, der nicht direkt mit dem Antriebsstrang des Fahrzeuges verbunden ist und die Lichtmaschine des Verbrennungsmotors ersetzt. Die Aufgabe des Riemenstartergenerators ist es, den Verbrennungsmotor in Situationen zu unterstützen, bei denen er besonders viel Sprit verbraucht. Dies ist zum Beispiel beim Anfahren, oder auch bei Vollgas der Fall. Aber auch beim sogenannten „Segeln“ kommt die Hybridtechnik zum Einsatz. Vom „Segeln“ spricht man, wenn man eine längere Strecke mit der gleichen, möglichst effizienten Geschwindigkeit fährt. In diesen Situationen muss der Verbrennungsmotor besonders wenig Energie aufwenden und wird dann einfach von der Hybridtechnik unterstützt, sodass der Verbrauch nochmals deutlich gesenkt wird. Mild-Hybride kommen bei Modellen von Mazda, aber auch beim Golf 8, oder bei dem Ford Focus zum Einsatz.

Range Extender

Ein Hybridfahrzeug mit Range Extender besitzt den Verbrennungsmotor nur zu dem Zweck, die Batterie des Elektromotors wieder aufzuladen. Es ist hier aber nicht angedacht, den Verbrennermotor die ganze Zeit laufen zu lassen – er soll lediglich eine Notlösung sein, um die Reichweite des Fahrzeuges im Bedarfsfall zu erhöhen. So ist ein Hybrid mit einem Range Extender viel mehr ein Elektrofahrzeug, als einem Verbrenner. Der Verbrennungsmotor in einem solchen Hybridauto kann also nicht direkt das Auto antreiben, sondern dient zu 100% nur dazu, den Akku des Autos aufzuladen. Das bekannteste Fahrzeug mit einem Range Extender ist der BMW i3, bei dem der Zusatzmotor optional erhältlich ist. Leider gibt es nicht viele weitere Fahrzeuge mit Range Extender.

Benzin- oder Dieselhybrid?

Wer sich für einen Hybrid entscheidet, der entscheidet sich für einen Kompromiss aus dem emissionsfreien E-Antrieb und dem reichweitenstarken Verbrennungsmotor. Der Verbrennungsmotor wird bei den meisten Hybridfahrzeugen mit Benzin betrieben, da die benötigten Motoren in Kombination mit dem Elektroantrieb nicht allzu leistungsstark sein müssen und man deshalb auf kleinere, effizientere Ottomotoren zurückgreifen kann. Manche Automarken jedoch bieten auch die äußerst seltene Kombination aus Elektro und Diesel an. Sinnvoll ist ein Diesel-Hybrid aber eher mit einer kombinierten Hybridlösung, statt ihn ständig ein- und auszuschalten. Ein Dieselmotor hat ständigem Kaltstarten deutlich mehr Verschleiß und Verbrauch , als im konstanten Dauerbetrieb. Der Elektromotor greift dann nur unterstützend in Vollast-Situationen oder beim „Segeln“ ein.

Fazit

Es gibt zwischen den verschiedenen Hybridarten gravierende Unterschiede und jeder Hybrid ist für einen anderen Einsatzzweck gedacht. Welcher Hybrid am Ende am Besten zu dir passt – die Entscheidung können wir dir leider nicht abnehmen. Damit du alle Informationen aber nochmal verständlich zusammen hast, sind hier die Vor- und Nachteile in einer Tabelle zusammengefasst:

VollhybridPlug-In
Hybrid
Mild-
Hybrid
Range-
Extender
Rein elektrisch fahrenxxx
Nur mit Verbrenner
fahren
xxx
Kombinierter Antriebxxxx
Aufladen mit Kabel
nötig?
xx
Rekuperation möglichxxx
Steuervorteilexxx

Veröffentlicht in Allgemein

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.